Burgund ist eine der schönsten Regionen Frankreichs – und gleichzeitig eine der am meisten unterschätzten. Rebzeilen, die sich über sanfte Hügel erstrecken, mittelalterliche Dörfer, Romanik an jeder zweiten Ecke, und eine Küche, die Frankreich zur kulinarischen Weltmacht gemacht hat. Wer Burgund per Mietwagen bereist, kann das alles in seinem eigenen Tempo erleben. Kein Touristenbus, kein fester Zeitplan. Einfach fahren, anhalten wenn es schön ist, und genießen.
Dijon als Startpunkt : zentral, kulturreich und ideal zum Planen
Der ideale Ausgangspunkt für eine solche Rundreise ist Dijon. Die Stadt ist nicht nur geografisch zentral, sie ist auch kulturell das Herzstück der Region. Wer dort übernachten möchte, findet auf https://hoteladijon.net/ eine gute Übersicht über Unterkunftsmöglichkeiten direkt in der Stadt – praktisch für die erste und letzte Nacht der Reise. Von Dijon aus lässt sich die gesamte Route bequem planen.
Wie lange braucht man für einen Burgund-Roadtrip ?

Realistisch gesagt : mindestens fünf Tage, besser sieben. In fünf Tagen sieht man die Highlights, hat aber kaum Zeit zum Verweilen. In einer Woche kann man tatsächlich eintauchen – in ein Weingut, in ein Dorf, in eine Mahlzeit, die zwei Stunden dauert weil sie es wert ist.
Wer nur ein langes Wochenende hat, sollte sich auf den nördlichen Teil konzentrieren : Dijon, die Côte de Nuits und die Côte de Beaune. Das ist kompakt und trotzdem unglaublich dicht.
Etappe 1: Dijon – Start in der Hauptstadt des Herzogstums
Dijon ist mehr als ein Durchgangspunkt. Die Altstadt verdient mindestens einen halben Tag. Der Palais des Ducs de Bourgogne mit seinem Musée des Beaux-Arts ist beeindruckend – und kostenlos zugänglich in den Dauerausstellungen. Die mittelalterlichen Fachwerkhäuser rund um die Place François Rude machen Lust aufs Flanieren.
Und dann ist da natürlich der Senf. Wer durch die Altstadt läuft ohne bei einem der Senf-Spezialisten einzukehren, hat Burgund nicht wirklich besucht. Die Maison Maille in der Rue de la Liberté ist ein guter Anlaufpunkt – touristisch, ja, aber die Auswahl ist beeindruckend.
Abends empfiehlt sich ein Abendessen mit lokalen Spezialitäten : Œufs en meurette, Bœuf bourguignon, Époisses-Käse. Nicht alle auf einmal – außer man ist entschlossen.
Etappe 2: Die Côte de Nuits – das Herzstück des Burgunder Weins

Von Dijon nach Beaune folgt man der sogenannten Route des Grands Crus – einer der berühmtesten Weinstraßen der Welt. Die Strecke ist etwa 60 Kilometer lang, aber man fährt sie nicht durch. Man hält an, immer wieder.
Gevrey-Chambertin ist das erste große Dorf. Der Name klingt nach Etikette und Weinkeller, und das ist er auch – aber das Dorf selbst ist ruhig, fast bescheiden. Ein paar Weingüter bieten Verkostungen an, manche auf Voranmeldung, manche spontan. Es lohnt sich, vorher kurz anzurufen.
Weiter südlich : Vougeot mit dem berühmten Château du Clos de Vougeot. Das Gebäude gehört der Confrérie des Chevaliers du Tastevin und ist für Führungen zugänglich. Architektonisch interessant, historisch faszinierend – und die Weinberge drumherum gehören zu den teuersten Lagen der Welt.
Nuits-Saint-Georges ist schließlich die letzte bedeutende Etappe der Côte de Nuits. Lebhafter als die kleinen Dörfer davor, mit guten Restaurants und mehreren Weinkellern, die sich für eine ausgedehnte Besichtigung eignen.
Etappe 3: Beaune – die touristische Hauptstadt Burgunds
Beaune ist unvermeidbar – und das zu Recht. Die Stadt ist gut erschlossen, touristisch, aber nicht überlaufen außerhalb der Hochsaison. Das Hôtel-Dieu, auch bekannt als Hospices de Beaune, ist das ikonischste Gebäude der Region : ein mittelalterliches Armenhaus mit einem der schönsten Innenhöfe Frankreichs und einem polychrom glasierten Ziegeldach, das man so schnell nicht vergisst.
Die Unterstadt mit ihren Weinkellern lädt zum Stöbern ein. Viele Grandes Maisons wie Bouchard Père & Fils oder Joseph Drouhin bieten Kellerfühungen und Verkostungen an – Preise variieren, aber das Erlebnis ist es wert.
Beaune eignet sich gut für eine Übernachtung in der Mitte des Roadtrips. Die Auswahl an Hotels und Restaurants ist groß, und die Lage ist ideal für die Weiterfahrt nach Süden.
Etappe 4: Die Côte de Beaune und das Pays de l’Auxois

Südlich von Beaune wird es etwas ruhiger. Die Dörfer Pommard, Volnay und Meursault sind Pflichthalte für Weinliebhaber – Meursault besonders, wenn man Weißwein schätzt. Der Chardonnay aus dieser Gegend gehört zum Besten, was Frankreich produziert.
Wer etwas abseits der Weinroute fahren möchte, sollte einen Abstecher nach Châteauneuf-en-Auxois einplanen. Das Dorf thront auf einem Hügel mit Blick über das Tal und den Canal de Bourgogne – eine der schönsten Aussichten der Region, und irgendwie noch nicht von Reisebussen entdeckt. Zumindest fühlt es sich so an.
Etappe 5: Autun und das südliche Burgund
Autun ist eine Stadt, die viele Reisende überspringen – ein Fehler. Die römischen Überreste (Stadttor, Amphitheater) und die romanische Cathédrale Saint-Lazare mit ihren außergewöhnlichen Kapitellen machen die Stadt zu einem der kulturellen Höhepunkte Burgunds.
Von dort aus ist Cluny nicht weit. Die ehemalige Abtei war im Mittelalter das mächtigste Kloster der westlichen Christenheit. Von der ursprünglichen Anlage ist heute nur noch ein Bruchteil erhalten – aber selbst dieser Bruchteil ist beeindruckend genug, um einen Stopp zu rechtfertigen.
Praktische Tipps für den Burgund-Roadtrip

Beste Reisezeit : Mai bis Oktober. September und Oktober sind ideal – die Weinlese beginnt, das Licht ist golden, und die Temperaturen angenehm. Im Juli und August ist es voller, vor allem rund um Beaune und Dijon.
Mietwagen : Unbedingt in Dijon oder direkt am TGV-Bahnhof buchen. Die Preise sind online günstiger als am Schalter. Navi ist empfehlenswert – die kleinen Weinstraßen sind nicht immer ausgeschildert.
Budget : Wer vernünftig plant, kommt mit rund 100 bis 150 Euro pro Person und Tag aus (Unterkunft, Verpflegung, Eintrittsgelder, Weinverkostungen). Es geht günstiger, und es geht natürlich auch teurer – Burgund kennt keine Obergrenze.
Weinverkostungen : Viele Weingüter verlangen keine oder nur eine geringe Gebühr für Verkostungen, die beim Kauf verrechnet wird. Nicht überall ist Englisch selbstverständlich – ein paar Grundkenntnisse Französisch helfen. Und man sollte nicht nüchtern starten.
Übernachtungen buchen : In der Hochsaison (Juli–August, während der Weinlese im September–Oktober) ist es ratsam, mindestens zwei Wochen im Voraus zu buchen. In Beaune und Dijon ist die Auslastung hoch.
Fazit : Lohnt sich ein Burgund-Roadtrip ?
Absolut – und zwar für sehr unterschiedliche Reisetypen. Wer Wein liebt, findet hier sein Paradies. Wer Geschichte und Architektur schätzt, wird nicht enttäuscht. Und wer einfach durch schöne Landschaften fahren und gut essen möchte, ist hier genau richtig. Burgund ist keine Region, die man einmal sieht und abhakt. Es ist eher eine, zu der man zurückkommt.

